Neuer Stadionbeschluss: GRÜNE und LINKE ignorieren ihr Wahlprogramm

Neuer Stadionbeschluss: GRÜNE und LINKE ignorieren ihr Wahlprogramm – Gestern wurde (wieder einmal) ein Beschluss zum Umbau des Stadions in eine Fußballarena gefällt. Das ist mittlerweile nichts Neues mehr, Beschlüsse zum Stadion gab es genug, passiert ist dagegen bisher wenig. Bedenklich ist allerdings, dass einige Parteien im Stadtrat ihre Versprechungen aus dem Wahlkampf 2014 mit der Zustimmung zum Beschluss in weiten Teilen ignoriert haben.

Im Wahlprogramm des Kreisverbandes der GRÜNEN für die Stadtratswahl in Jena heißt es beispielsweise noch sehr konkret:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen zu ihrem Beschluss, dass Ernst-Abbe-Stadion im Bestand zu sanieren. Das bedeutet auch, die Leichtathletikbahn an diesem Ort zu erhalten. Das Stadion entspricht auch so den Anforderungen der dritten Bundesliga. Eine Erweiterung zum Zweitligastadion muss möglich bleiben. Eine komplette Finanzierung der Sanierung aus dem städtischen Haushalt lehnen wir ab. Bei den Baumaßnahmen müssen den Belangen des Umwelt- und Hochwasserschutz besondere Wichtigkeit eingeräumt werden. An der Förderung des FC Carl-Zeiss Jena halten wir im bisher vorhandenen Umfang fest.

Mit dem gestrigen Beschluss hat man statt einer Sanierung dem kompletten Umbau in eine Fußballarena zugestimmt und auch die Leichtathletikbahn verbleibt nicht vor Ort sondern muss umziehen – wohin genau ist noch unklar.

Auch bei den LINKEN wurde das Wahlprogramm von 2014 ignoriert. Dort heißt es zum Thema Stadionumbau eher knapp:

Wir wollen: […] die Sanierung des Ernst-Abbe-Stadions unter Berücksichtigung der Leichtathletik

Ob die Leichtathletik berücksichtigt wurde, darüber kann man sich streiten, denn es gibt zwar wohlwollende Erklärungen, das man Lösung finden wird, konkrete Punkte in Form von Beschlüssen existieren aber nicht. Bei der Sanierung gibt es dagegen keine Zweifel: es wurde mit Zustimmung der LINKEN nicht die Sanierung des Stadions, sondern der Umbau in eine DFL-taugliche Fussballarena beschlossen. Einschränkend muss man allerdings sagen, dass bei der Abstimmung nicht alle Stadtratsmitglieder der LINKEN zugestimmt hatten.

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